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Fracking-Interview mit Robert Doelling

22.10.2014

Die unkonventionelle Gasfördermethode Fracking, auch Hydraulic Fracturing, wird derzeit heiß diskutiert. Auch in der Energiepolitik ist sie ein umstrittenes Thema. Was die deutschen Verbraucher über Fracking und mögliche Gastarife mit mittels Fracking gefördertem Gas denken, hat die kürzlich veröffentlichte Fracking-Umfrage von PREISVERGLEICH.de gezeigt. Nun wollten wir wissen, wie das Meinungsbild unter Experten aussieht und haben Robert Doelling vom Onlinemagazin energie-experten.org ein paar Fragen gestellt.

PREISVERLGEICH.de: Herr Doelling, wie stehen Sie zum Hydraulic Fracturing?

Robert Doelling: Das hydraulische Fracken von Sand- und Kalksteinen mit Klüften oder Poren ist lange bekannt und wird/ wurde in der Praxis z. B. auch in Deutschland zur Verbesserung der Schüttung in hydrothermalen Geothermiekraftwerken eingesetzt. Allerdings sprechen wir hier über eine „einmalige“ Stimulation und nicht über eine permanente. Zudem kommt es beim „normalen“ Fracken auch nicht darauf an, mit Chemie Gas aus dem Gestein rauszuspülen, sondern darauf, dass sich Mikrorisse bilden, sodass das heiße Wasser besser fließen kann. Um Gas aus Schiefergestein zu fördern, muss man wesentlich häufiger fracken. Die Risiken von Umweltschäden würden steigen. Dabei ist noch völlig unklar, wieviel Gas man eigentlich zu welchem Preis fördern könnte. Ich halte es daher für recht absurd, hier in Deutschland, während wir innerhalb der Energiewende alles tun, um von fossilen Kraftstoffen wegzukommen, auf eine Risikotechnologie zu setzen.

PREISVERGLEICH.de: Laut unserer Umfrage ist 4 von 5 Verbrauchern Klimaschutz wichtig bis sehr wichtig. Doch jeder Dritte würde einen Fracking-Gastarif in Kauf nehmen. Fällt Geldsparen mehr ins Gewicht als die Angst vor Umweltbelastung durch Fracking? Wundern Sie diese Daten? Wie würden Sie sich diese Diskrepanz erklären?

R.D.: Das würde zunächst einmal voraussetzen, dass ein „Fracking-Tarif“ in Deutschland günstiger wäre. Das ist allerdings zu bezweifeln. Ich gehe davon aus, dass sich bei Einhaltung aller Umweltschutzauflagen das Fracking in großem Maßstab in Deutschland nicht lohnen wird. Die Diskussion, die wir gerade in Deutschland führen, sehe ich daher auch eher als eine Scheindiskussion.

Dass sich die von Ihnen Befragten für den Klimaschutz einsetzen und trotzdem einen Fracking-Tarif nehmen würden, sehe ich nicht unbedingt als Widerspruch an, denn gemeinhin wird angenommen, dass man durch den vermehrten Einsatz von Fracking-Gas Kohle substituieren und so weniger CO2 emittieren könne. Die Rechnung geht allerdings nicht auf, denn das günstigere Fracking-Gas würde zu einem Mehrverbrauch führen. Zudem steigt der Energieverbrauch weltweit rasant an, sodass auch Kohle nur in geringem Umfang ersetzt werden könnte. Letztlich würde das Fracking-Gas auch Erneuerbaren Konkurrenz machen, der vermeintliche Klimaschutzeffekt ist damit passé.

PREISVERLGEICH.de: Laut unserer Umfrage halten 65,8 Prozent der Befragten Fracking für gefährlich, nur 4,3 Prozent für unbedenklich. Wie schätzen Sie dieses Ergebnis ein?

R.D.: Das Ergebnis zeugt davon, dass sich viele der von Ihnen Befragten bereits eine Meinung gebildet haben, die die Bundesregierung und alle an der zukünftigen Gesetzgebung Beteiligten respektieren sollten. Hier in Deutschland hat sich in letzter Zeit der etwas verächtliche genutzte Begriff des Wutbürgers etabliert. Damit wird Kritikern immer gerne Geringschätzung gegenübergebracht, warum sie dies oder jenes nicht wollen. Das Fracking geht aber so offensichtlich in die falsche energiepolitische Richtung, dass es von jedem Politiker fahrlässig wäre, Kritikern bloßen Nimby-Egoismus zu unterstellen.

PREISVERGLEICH.de: 30 Prozent der Befragten antworteten bei dieser Frage mit „weiß nicht“. Sollte man Ihrer Meinung nach mehr über Fracking informieren/sprechen? Welche Themen sollten angesprochen werden? Glauben Sie, es gibt viel Fehlinformation zum Thema Fracking?

R.D.: Dass ein Drittel unentschlossen ist, finde ich für deutsche Verhältnisse überraschend positiv. Ich hätte geschätzt, dass ein größerer Anteil, sich nicht mit der Problematik des Frackens auskennt. Dass soll aber nicht heißen, dass damit die Aufklärungsarbeit beendet werden könnte. Wichtig ist es, herauszustellen, dass das Fracking nach amerikanischem Vorbild bislang noch keine sichere Technologie ist. Insbesondere der Flowback, der beim Bohren austritt, enthält nicht nur die Fracking-Chemikalien, sondern auch aus dem Untergrund hochgespülte Schwermetalle, aromatische Kohlenwasserstoffe und andere gefährliche Substanzen. Zudem ist auch die Entsorgung ein Problem. Hier kommt es in USA immer wieder durch den Flowback zu Kontaminationen des Grundwassers, die das Umfeld unbewohnbar machen. Mit deutschen Umweltstandards ist das Fracking nicht vereinbar.

PREISVERGLEICH.de: Gehen Sie davon aus, dass es zeitnah ein Frackingverbot in Deutschland geben oder dass bald in größerem Umfang Gas mittels Fracking gewonnen wird? Welche Hürden müssten für Fracking in Deutschland genommen werden?

R.D.: Weder noch. Es wird kein rigoroses Verbot und auch keine pauschale Erlaubnis geben. Es werden mit Sicherheit allerdings einige wenige Fracking-Bohrungen unter bestimmten Auflagen „runtergebracht“ werden. Ich persönlich schätze, dass es das aber auch ist. Ähnliches hat man ja bereits bei der CCS-Diskussion erlebt. Heute ist man auch von Unternehmensseite mehrheitlich der Meinung, dass sich CCS nicht lohnt. Gerade die jüngsten Bilanzzahlen einiger großer Energiekonzerne haben zudem gezeigt, dass man die Energiewende nicht unterschätzen sollte. Aus den Wirtschaftswissenschaften ist hinlänglich bekannt, dass jedes Unternehmen, dass innovativen anderen Unternehmen den Marktzugang verwehrt, irgendwann von der Konkurrenz überrollt wird. Das merken nun auch die etablierten Energiekonzerne. Aus dieser Perspektive gehe ich davon aus, dass man noch vorsichtiger in konventionelle Technologien investieren wird, die bei einem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien zwangsläufig obsolet werden.

Wir danken Robert Doelling für dieses Interview.

Über den Autor:

Robert Doelling von energie-experten.orgRobert Doelling, Jahrgang 1976, hat Marketing an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel studiert und ist nach mehreren Jahren im operativen Marketing und der Projektentwicklung im Bereich der Erneuerbaren Energien heute u.a. als Journalist für das Online-Fachmagazin www.energie-experten.org tätig.

 

Diese Äußerungen spiegeln die Meinung des Interviewpartners wider und müssen nicht zwangsläufig mit der von PREISVERGLEICH.de übereinstimmen.

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