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EnBW: Lohnt sich der Fokus auf Wind und Gas?

17.11.2015

Foto EnBW: Weg von der Atomkraft, hin zum GasDer ehemals atomlastige Energiekonzern EnBW bemüht sich vermehrt um Windkraft und das Gasgeschäft. Letzteres nimmt nach der Übernahme des Gaslieferanten VNG einen wichtigen Platz in der Strategie des Unternehmens ein. Ob beide Bereiche als Wachstumsfelder herhalten können, zeigt die aktuelle Quartalsbilanz.

Karlsruhe – Deutschlands drittgrößter Stromkonzern EnBW setzt verstärkt auf Windkraft und das Gasgeschäft. Schon jetzt liefere der im September vollständig in Betrieb genommene Windpark EnBW Baltic 2 in der Ostsee „einen erheblichen operativen Ergebnisbeitrag“, sagte EnBW-Chef Frank Mastiaux am Freitag (13. November) bei der Vorstellung der Quartalszahlen.

Nummer drei auf dem Gasmarkt

Zugleich betonte er: „Wir sehen im Gas künftig ein interessantes Geschäftsfeld, gerade in den Zeiten der Energiewende.“ Mit dem größten Ostseewindpark nördlich von Rügen und der Übernahme der Mehrheit am Gasversorger VNG habe man „zwei wichtige Meilensteine der Neuausrichtung erreicht“.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Erzeugung der ehemals atomlastigen EnBW liegt bei rund 20 Prozent – ein Großteil macht derzeit noch die Wasserkraft aus. Mit der Übernahme der VNG-Anteile, für die noch das Bundeskartellamt grünes Licht geben muss, sind die Karlsruher künftig der drittgrößte Anbieter am deutschen Gasmarkt.

Zufriedenstellende Bilanz

Das Unternehmen verbuchte bis Ende September bei einem Umsatz von rund 15,3 Milliarden Euro einen Konzernüberschuss in Höhe von 710,8 Millionen Euro – nach einem Verlust von 770,6 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Allerdings stand zum Halbjahr noch ein Gewinn von etwas mehr als einer Milliarde Euro in den Büchern, auch durch den Verkauf von Wertpapieren. Im dritten Quartal hat der Energieversorger aber rund 350 Millionen Euro Verlust verbucht, was vom Unternehmen mit „negativen Sondereffekten“ begründet wurde.

Das operative Ergebnis blieb mit 1,64 Milliarden Euro etwa auf Vorjahresniveau. Einbrüche von fast einem Fünftel gab es im Netzgeschäft, unter anderem durch höhere Personalkosten beim Netzausbau. Zudem machen niedrige Großhandelspreise der EnBW wie der ganzen Branche zu schaffen.

Text: dpa/pvg
Bild: dpa

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