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Schlechtes Gasgeschäft? Eon-Tochter Uniper plant Stellenabbau

26.07.2016

Foto Muss die Eon-Tochter Uniper 14.000 Stellen streichen?Lange Zeit verdiente der Energieriese Eon prächtig mit Kohle und Erdgas. Doch durch die Energiewende wurde ein Kurswechsel nötig. Das schwierige Geschäft mit fossilen Energieträgern obliegt seit einer Aufspaltung der Kraftwerkstochter Uniper. Und diese ist jetzt zu einem deutlichen Stellenabbau gezwungen.

Düsseldorf – Die Eon-Kraftwerkstochter Uniper will eine größere Zahl von Arbeitsplätzen abbauen. „Es werden Stellen in einer nennenswerten Größenordnung wegfallen“, sagte Unternehmenschef Klaus Schäfer der „Rheinischen Post“ (Samstag, 23. Juli). „Wir wollen den Stellenabbau sozialverträglich gestalten und betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, ausschließen können wir sie als letztes Mittel nicht.“

Rund 14.000 Beschäftigte bei Uniper

Wie viele Stellen von der Sparmaßnahme betroffen seien, werde derzeit geprüft. „Bei Kostensenkungen geht es leider immer auch um Arbeitsplätze. Die genauen Zahlen ermitteln wir gerade und sind hierzu natürlich auch in regelmäßigen Gesprächen mit den Vertretern der Mitbestimmung“, sagte Schäfer der Zeitung.

Deutschlands größter Stromkonzern Eon hatte sich unter dem Druck der Energiewende aufgespalten. Uniper war Anfang des Jahres an den Start gegangen. In das Unternehmen mit rund 5.000 Beschäftigten im Inland und 9.000 im Ausland hat Eon seine konventionellen Kraftwerke abgespalten, basierend auf Kohle und Erdgas, aber auch auf Wasserkraft, sowie den Handel mit Energie und Rohstoffen. Uniper mit Sitz in Düsseldorf soll im September an die Börse gehen.

Gaskonzern versus Gewerkschaften

Der Uniper-Vorstand hatte bereits ein Sparprogramm mit Veräußerungen von Unternehmensteilen und der Senkung von Personalkosten angekündigt. „Wir müssen unsere Kosten deutlich senken und prüfen deshalb alle möglichen Optionen“, sagte Schäfer der Zeitung. Eine Netto-Verschuldung von 4,7 Milliarden Euro sei auf Dauer zu viel.

Mit seinen Plänen zum Abbau von Personalkosten stößt das Unternehmen auf Widerstand: Die Gewerkschaften hatte Ende Juni Gespräche über Tarifkürzungen verweigert. Ein Unternehmenssprecher machte am Samstag keine Angaben dazu, ob die Gespräche wieder aufgenommen werden.

Die gesamte Branche leidet unter dem niedrigen Börsenstrompreis. Dieser hat sich wegen des großen Angebots an Erneuerbarer Energie in den vergangenen Jahren mehr als halbiert.

Text: dpa/pvg
Bild: dpa

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