19.05.2026

Die Gaspreise ziehen 2026 wieder an und je nach Bundesland zahlen Haushalte für denselben Verbrauch schnell mehrere Hundert Euro mehr oder weniger im Jahr. Viele fragen sich: Bleibe ich im teuren Grundversorgungstarif sitzen, oder lohnt sich jetzt der Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter? Zugleich treiben höhere Netzentgelte und der CO₂‑Preis die Heizkosten weiter nach oben, sodass selbst kleine Unterschiede im Arbeitspreis deutlich spürbar werden. Dieser Überblick zeigt, wie stark die Gaspreise regional auseinandergehen und welche Hebel Haushalte haben, um ihre Energiekosten zu senken.
Nach dem Höhepunkt der Energiekrise schien sich der Gasmarkt zunächst zu beruhigen, doch seit Ende 2025 klettern die Preise für Haushaltskunden wieder spürbar. Im Schnitt liegt der Arbeitspreis für Neukunden aktuell grob im Bereich von rund 9 bis 11 Cent pro Kilowattstunde, je nach Region und Tarifart.
Damit bleibt Gas deutlich teurer als vor der Energiekrise, als viele Haushalte noch 5 bis 6 Cent pro Kilowattstunde zahlten. Vor allem Netzentgelte, der gestiegene CO₂‑Preis und geopolitische Unsicherheiten verhindern eine echte Rückkehr zum alten Preisniveau.
Mecklenburg-Vorpommern weist über Jahre die höchsten Werte bei den Nutzungsentgelten auf, im Jahr 2025 mit über 750 €. Sachsen und Sachsen-Anhalt folgen nur knapp auf ebenfalls hohem Niveau. Die Werte schwanken, abhängig vom Bundesland, teilweise stark. Für nahezu alle Haushalte ist ein Vergleich ratsam und die Wahl des günstigsten Gastarifs in ihrer Region entscheidend. Zudem birgt ein Vergleich im Norden und Osten enormes Einsparpotenzial.
Warum zahlen Verbraucher in manchen Bundesländern deutlich mehr als in anderen? Ein wichtiger Grund sind unterschiedliche Netzentgelte, also die Gebühren für den Transport und Betrieb der Gasnetze. Steuern und Abgaben sind bundesweit identisch, aber Wettbewerbssituation und Versorgerstruktur variieren regional deutlich.
Die folgende Tabelle zeigt Orientierungswerte für einen günstigen, seriösen Neukundentarif in ausgewählten Bundesländern. Reale Werte schwanken je nach Anbieter, Laufzeit und Preisgarantie, sie dienen hier als Muster für Aufbau und Größenordnung.
| Bundesland | Arbeitspreis (ct/kWh) | Jahreskosten bei 20.000 kWh (Euro) |
|---|---|---|
| Bayern | 9,2 | 1.840 |
| Baden-Württemberg | 9,4 | 1.880 |
| Nordrhein-Westfalen | 9,6 | 1.920 |
| Niedersachsen | 9,8 | 1.960 |
| Hessen | 9,9 | 1.980 |
| Berlin | 10,1 | 2.020 |
| Sachsen | 10,4 | 2.080 |
| Sachsen-Anhalt | 10,6 | 2.120 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 10,8 | 2.160 |
| Saarland | 11,0 | 2.200 |
Zwischen einem relativ günstigen Bundesland wie Bayern und einem teureren wie dem Saarland können bei 20.000 kWh Jahresverbrauch rund 300 bis 350 Euro Differenz liegen. Für Haushalte mit höherem Verbrauch, etwa im Einfamilienhaus, verstärkt sich dieser Effekt noch einmal deutlich.
Zur Einordnung hilft ein Blick in die Vergangenheit. Vor der Energiekrise (2021) lagen typische Gastarife für Haushalte selten über 6 Cent pro Kilowattstunde. Mit dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine explodierten die Börsenpreise zeitweise, in der Spitze wurden für Neukunden 20 Cent und mehr aufgerufen.
Seit 2023 haben sich die Großhandelspreise zwar deutlich entspannt, aber: Netzentgelte, gestiegener CO₂‑Preis und Sicherheitszuschläge der Versorger halten die Endkundenpreise auf einem erhöhten Niveau. Die folgende Übersicht zeigt typische Durchschnittswerte (vereinfacht und gerundet):
| Jahr / Zeitraum | Durchschnittlicher Gaspreis (ct/kWh) |
|---|---|
| 2021 | 5,5 |
| Herbst 2022 (Krise) | 18,0 |
| Mitte 2023 | 12,5 |
| Ende 2024 | 10,5 |
| Frühjahr 2026 | 9,5–11,0 |
Für Verbraucher heißt das: Die extremen Krisenpreise sind vorbei, aber wir bewegen uns immer noch auf deutlich höherem Niveau als vor 2021. Kleinere Preissprünge nach oben sind jederzeit möglich.
Mehrere Faktoren beeinflussen derzeit die Gasrechnung der Haushalte:
Wie stark die Preisentwicklung ankommt, hängt vor allem von Ihrem Jahresverbrauch ab: Ein Single liegt grob bei 5.000–8.000 kWh, eine Familie in der Wohnung bei 10.000–15.000 kWh, im Einfamilienhaus oft bei 18.000–25.000 kWh.
Beispiel: Ein Haushalt mit 12.000 kWh zahlt im teuren Grundversorgungstarif mit 11,5 Cent pro kWh rund 1.380 Euro im Jahr, im günstigeren Tarif mit 9,8 Cent etwa 1.176 Euro: also gut 200 Euro weniger. Bei 20.000 kWh sind es rund 2.300 Euro gegenüber 1.960 Euro, die Ersparnis liegt bei etwa 340 Euro.
Prüfen Sie nicht nur den Arbeitspreis, sondern immer das Gesamtpaket: Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist. Ein Tarif mit leicht höherem Arbeitspreis, aber niedrigerem Grundpreis kann für Wenigverbraucher günstiger sein – für Vielverbraucher ist meist der niedrigere Arbeitspreis entscheidend.“.
Ein typischer Gastarif besteht aus mehreren Bausteinen, die sich alle auf die Rechnung auswirken:
Ein Gaspreisvergleich zeigt oft, dass Haushalte im Grundversorgungstarif deutlich mehr zahlen als bei einem seriösen Alternativanbieter. Besonders attraktiv sind Tarife mit transparenter Preisgarantie und ohne Vorkasse oder übergroße Boni, die den Preis nur im ersten Jahr schönrechnen.
Neben einem guten Gastarif bleibt der eigene Verbrauch der zweite große Hebel: Wer Heizung, Warmwasser und Lüftung bewusst steuert, kann bei Energiekosten sparen und den Gasverbrauch oft im zweistelligen Prozentbereich senken. Schon kleine Anpassungen, etwa etwas niedrigere Raumtemperaturen, kürzeres und kühleres Duschen oder richtiges Stoßlüften, wirken sich direkt auf die Jahresrechnung aus und machen teils mehrere Hundert Euro Unterschied.
Kurzfristig bleiben die Gasmärkte sensibel: Geopolitische Entwicklungen, LNG‑Verfügbarkeit und Wetterextreme können die Preise jederzeit nach oben treiben. Gleichzeitig treibt die Politik den CO₂‑Preis schrittweise weiter nach oben, um Anreize für klimafreundlichere Heizsysteme zu setzen.
Mittelfristig wird die Wärmewende zur zentralen Weichenstellung: Wer investieren kann, setzt eher auf Wärmepumpe, Fernwärme oder eine bessere Dämmung und reduziert damit die Abhängigkeit vom Gaspreis. Für alle anderen gilt: Tarife regelmäßig prüfen, Verbrauch im Blick behalten und Förderprogramme für Effizienzmaßnahmen nutzen.
Der höchste Gesamtpreis betrug im Jahr 2022 16,47 ct/kWh, danach sinken die Preise leicht. Die einzelnen Komponenten steigen insgesamt, vor allem ab 2020. Im Prognosebereich (gestrichelte Linie) für 2024 bis 2026 zeigen sich mindestens gleichbleibende oder leicht ansteigende Werte. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte in Deutschland lag im Jahr 2026 bei 11,1 ct/kWh. Die Netzentgelte haben im selben Jahr den höchsten Anteil mit 2,57 ct/kWh. Das ist vor allem für Haushalte mit hohem Verbrauch interessant, da sie den größten Anteil an den Gesamtkosten haben.
Quellen: BDEW | Bundesnetzagentur | Verbraucherzentrale | klimaschutz-niedersachsen.de

Alexander Schmiel
Als Experte für Strom und Gas behält Alexander die News im Energiesektor im Blick. Entwicklungen auf den Energiemärkten, Kostenfragen und Vergleiche werden anschaulich erklärt und alltagstauglich aufbereitet.
Rohdaten
| Bundesland | Werte | Jahr |
|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 596.02 | 2025 |
| Bayern | 514.74 | 2025 |
| Berlin | 516.02 | 2025 |
| Brandenburg | 590.51 | 2025 |
| Bremen | 667.41 | 2025 |
| Hamburg | 489.24 | 2025 |
| Hessen | 531.32 | 2025 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 752.18 | 2025 |
| Niedersachsen | 577.99 | 2025 |
| Nordrhein-Westfalen | 597.73 | 2025 |
| Rheinland-Pfalz | 579.28 | 2025 |
| Saarland | 651.61 | 2025 |
| Sachsen | 716.83 | 2025 |
| Sachsen-Anhalt | 709.15 | 2025 |
| Schleswig-Holstein | 589.31 | 2025 |
| Thüringen | 575.22 | 2025 |
Rohdaten
| Jahr | Bestandteil des Preises | Anteil in Cent |
|---|---|---|
| 2014 | Beschaffung & Vertrieb | 3.41 |
| 2014 | Netzentgelt | 1.49 |
| 2014 | Mehrwersteuer | 1.04 |
| 2014 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2014 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2014 | CO2-Preis | 0 |
| 2014 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2015 | Beschaffung & Vertrieb | 3.15 |
| 2015 | Netzentgelt | 1.53 |
| 2015 | Mehrwersteuer | 1 |
| 2015 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2015 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2015 | CO2-Preis | 0 |
| 2015 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2016 | Beschaffung & Vertrieb | 2.75 |
| 2016 | Netzentgelt | 1.62 |
| 2016 | Mehrwersteuer | 0.94 |
| 2016 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2016 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2016 | CO2-Preis | 0 |
| 2016 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2017 | Beschaffung & Vertrieb | 2.65 |
| 2017 | Netzentgelt | 1.59 |
| 2017 | Mehrwersteuer | 0.91 |
| 2017 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2017 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2017 | CO2-Preis | 0 |
| 2017 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2018 | Beschaffung & Vertrieb | 2.77 |
| 2018 | Netzentgelt | 1.53 |
| 2018 | Mehrwersteuer | 0.93 |
| 2018 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2018 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2018 | CO2-Preis | 0 |
| 2018 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2019 | Beschaffung & Vertrieb | 3.06 |
| 2019 | Netzentgelt | 1.55 |
| 2019 | Mehrwersteuer | 0.98 |
| 2019 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2019 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2019 | CO2-Preis | 0 |
| 2019 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2020 | Beschaffung & Vertrieb | 2.9 |
| 2020 | Netzentgelt | 1.6 |
| 2020 | Mehrwersteuer | 0.89 |
| 2020 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2020 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2020 | CO2-Preis | 0 |
| 2020 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2021 | Beschaffung & Vertrieb | 3.25 |
| 2021 | Netzentgelt | 1.64 |
| 2021 | Mehrwersteuer | 1.13 |
| 2021 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2021 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2021 | CO2-Preis | 0.46 |
| 2021 | Gasspeicherumlage | 0 |
| 2022 | Beschaffung & Vertrieb | 11.51 |
| 2022 | Netzentgelt | 1.66 |
| 2022 | Mehrwersteuer | 2.16 |
| 2022 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2022 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2022 | CO2-Preis | 0.54 |
| 2022 | Gasspeicherumlage | 0.02 |
| 2023 | Beschaffung & Vertrieb | 9.87 |
| 2023 | Netzentgelt | 1.99 |
| 2023 | Mehrwersteuer | 0.92 |
| 2023 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2023 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2023 | CO2-Preis | 0.54 |
| 2023 | Gasspeicherumlage | 0.09 |
| 2024 | Beschaffung & Vertrieb | 6.43 |
| 2024 | Netzentgelt | 1.97 |
| 2024 | Mehrwersteuer | 0.7 |
| 2024 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2024 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2024 | CO2-Preis | 0.82 |
| 2024 | Gasspeicherumlage | 0.19 |
| 2025 | Beschaffung & Vertrieb | 5.87 |
| 2025 | Netzentgelt | 2.33 |
| 2025 | Mehrwersteuer | 1.91 |
| 2025 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2025 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2025 | CO2-Preis | 0.97 |
| 2025 | Gasspeicherumlage | 0.29 |
| 2026 | Beschaffung & Vertrieb | 5.04 |
| 2026 | Netzentgelt | 2.57 |
| 2026 | Mehrwersteuer | 1.77 |
| 2026 | Konzessionsabgabe | 0.03 |
| 2026 | Erdgassteuer | 0.55 |
| 2026 | CO2-Preis | 1.14 |
| 2026 | Gasspeicherumlage | 0 |