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Gas wird erneut teurer: das kostet es in den verschiedenen Bundesländern

Deutschlandflagge mit Bundesadler wehend vor blauem Himmel mit Wolken.

Die Gaspreise ziehen 2026 wieder an und je nach Bundesland zahlen Haushalte für denselben Verbrauch schnell mehrere Hundert Euro mehr oder weniger im Jahr. Viele fragen sich: Bleibe ich im teuren Grundversorgungstarif sitzen, oder lohnt sich jetzt der Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter? Zugleich treiben höhere Netzentgelte und der CO₂‑Preis die Heizkosten weiter nach oben, sodass selbst kleine Unterschiede im Arbeitspreis deutlich spürbar werden. Dieser Überblick zeigt, wie stark die Gaspreise regional auseinandergehen und welche Hebel Haushalte haben, um ihre Energiekosten zu senken.

Alles auf einen Blick

  • Gaspreise ziehen 2026 wieder an und unterscheiden sich deutlich je nach Bundesland.
  • Durchschnittliche Arbeitspreise liegen klar über Vorkrisenniveau, getrieben von Netzentgelten, CO₂‑Preis und geopolitischen Risiken.
  • Je nach Verbrauchsgröße können Haushalte durch Tarifwechsel und bewusstes Heizverhalten mehrere Hundert Euro pro Jahr sparen.
  • Verbraucher sollten jetzt Gastarif prüfen, Energiekosten sparen durch Effizienzmaßnahmen und mittelfristig Alternativen zum Gasheizen im Blick behalten.

Was ist passiert? Gaspreise ziehen wieder an

Nach dem Höhepunkt der Energiekrise schien sich der Gasmarkt zunächst zu beruhigen, doch seit Ende 2025 klettern die Preise für Haushaltskunden wieder spürbar. Im Schnitt liegt der Arbeitspreis für Neukunden aktuell grob im Bereich von rund 9 bis 11 Cent pro Kilowattstunde, je nach Region und Tarifart.

Damit bleibt Gas deutlich teurer als vor der Energiekrise, als viele Haushalte noch 5 bis 6 Cent pro Kilowattstunde zahlten. Vor allem Netzentgelte, der gestiegene CO₂‑Preis und geopolitische Unsicherheiten verhindern eine echte Rückkehr zum alten Preisniveau.

Mecklenburg-Vorpommern weist über Jahre die höchsten Werte bei den Nutzungsentgelten auf, im Jahr 2025 mit über 750 €. Sachsen und Sachsen-Anhalt folgen nur knapp auf ebenfalls hohem Niveau. Die Werte schwanken, abhängig vom Bundesland, teilweise stark. Für nahezu alle Haushalte ist ein Vergleich ratsam und die Wahl des günstigsten Gastarifs in ihrer Region entscheidend. Zudem birgt ein Vergleich im Norden und Osten enormes Einsparpotenzial.

↓ Messdaten & Methodik

Gaspreise 2026: so teuer ist Gas im Bundesvergleich

Warum zahlen Verbraucher in manchen Bundesländern deutlich mehr als in anderen? Ein wichtiger Grund sind unterschiedliche Netzentgelte, also die Gebühren für den Transport und Betrieb der Gasnetze. Steuern und Abgaben sind bundesweit identisch, aber Wettbewerbssituation und Versorgerstruktur variieren regional deutlich.

Die folgende Tabelle zeigt Orientierungswerte für einen günstigen, seriösen Neukundentarif in ausgewählten Bundesländern. Reale Werte schwanken je nach Anbieter, Laufzeit und Preisgarantie, sie dienen hier als Muster für Aufbau und Größenordnung.

Bundesland Arbeitspreis (ct/kWh) Jahreskosten bei 20.000 kWh (Euro)
Bayern 9,2 1.840
Baden-Württemberg 9,4 1.880
Nordrhein-Westfalen 9,6 1.920
Niedersachsen 9,8 1.960
Hessen 9,9 1.980
Berlin 10,1 2.020
Sachsen 10,4 2.080
Sachsen-Anhalt 10,6 2.120
Mecklenburg-Vorpommern 10,8 2.160
Saarland 11,0 2.200

Zwischen einem relativ günstigen Bundesland wie Bayern und einem teureren wie dem Saarland können bei 20.000 kWh Jahresverbrauch rund 300 bis 350 Euro Differenz liegen. Für Haushalte mit höherem Verbrauch, etwa im Einfamilienhaus, verstärkt sich dieser Effekt noch einmal deutlich.

Preisentwicklung von der Energiekrise bis heute

Zur Einordnung hilft ein Blick in die Vergangenheit. Vor der Energiekrise (2021) lagen typische Gastarife für Haushalte selten über 6 Cent pro Kilowattstunde. Mit dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine explodierten die Börsenpreise zeitweise, in der Spitze wurden für Neukunden 20 Cent und mehr aufgerufen.

Seit 2023 haben sich die Großhandelspreise zwar deutlich entspannt, aber: Netzentgelte, gestiegener CO₂‑Preis und Sicherheitszuschläge der Versorger halten die Endkundenpreise auf einem erhöhten Niveau. Die folgende Übersicht zeigt typische Durchschnittswerte (vereinfacht und gerundet):

Jahr / Zeitraum Durchschnittlicher Gaspreis (ct/kWh)
2021 5,5
Herbst 2022 (Krise) 18,0
Mitte 2023 12,5
Ende 2024 10,5
Frühjahr 2026 9,5–11,0

Für Verbraucher heißt das: Die extremen Krisenpreise sind vorbei, aber wir bewegen uns immer noch auf deutlich höherem Niveau als vor 2021. Kleinere Preissprünge nach oben sind jederzeit möglich.

Was treibt den Gaspreis aktuell?

Mehrere Faktoren beeinflussen derzeit die Gasrechnung der Haushalte:

  • Großhandelspreise: Konflikte im Nahen Osten, eine hohe Abhängigkeit von LNG‑Importen und weltweit steigende Nachfrage sorgen für Unsicherheit.
  • Netzentgelte: Für 2026 sind in vielen Regionen gestiegene Gasnetzgebühren wirksam geworden, die sich direkt im Arbeitspreis widerspiegeln.
  • CO₂‑Preis: Der nationale CO₂‑Preis auf fossile Brennstoffe steigt schrittweise weiter an – jede Kilowattstunde Gas wird allein dadurch teurer.

Was bedeutet das konkret für Ihren Haushalt?

Wie stark die Preisentwicklung ankommt, hängt vor allem von Ihrem Jahresverbrauch ab: Ein Single liegt grob bei 5.000–8.000 kWh, eine Familie in der Wohnung bei 10.000–15.000 kWh, im Einfamilienhaus oft bei 18.000–25.000 kWh.

Beispiel: Ein Haushalt mit 12.000 kWh zahlt im teuren Grundversorgungstarif mit 11,5 Cent pro kWh rund 1.380 Euro im Jahr, im günstigeren Tarif mit 9,8 Cent etwa 1.176 Euro: also gut 200 Euro weniger. Bei 20.000 kWh sind es rund 2.300 Euro gegenüber 1.960 Euro, die Ersparnis liegt bei etwa 340 Euro.

  • Bereits 1 bis 2 Cent Unterschied pro Kilowattstunde bedeuten schnell mehrere Hundert Euro im Jahr.
  • Wer noch im Grundversorgungstarif steckt, hat meist das größte Sparpotenzial durch einen Wechsel.
Tipp:

Prüfen Sie nicht nur den Arbeitspreis, sondern immer das Gesamtpaket: Grundpreis, Laufzeit, Preisgarantie, Kündigungsfrist. Ein Tarif mit leicht höherem Arbeitspreis, aber niedrigerem Grundpreis kann für Wenigverbraucher günstiger sein – für Vielverbraucher ist meist der niedrigere Arbeitspreis entscheidend.“.

Gastarif unter der Lupe: worauf Verbraucher jetzt achten sollten

Ein typischer Gastarif besteht aus mehreren Bausteinen, die sich alle auf die Rechnung auswirken:

  • Arbeitspreis in Cent pro kWh: der wichtigste Hebel, da hier der gesamte Verbrauch durchläuft.
  • Grundpreis pro Monat oder Jahr: Fixkosten, die unabhängig vom Verbrauch anfallen.
  • Laufzeit & Preisgarantie: schützen vor kurzfristigen Preissprüngen, können aber Flexibilität kosten.
  • Kündigungsfrist: entscheidet, wie schnell ein Wechsel zu einem günstigeren Gasanbieter möglich ist.

Ein Gaspreisvergleich zeigt oft, dass Haushalte im Grundversorgungstarif deutlich mehr zahlen als bei einem seriösen Alternativanbieter. Besonders attraktiv sind Tarife mit transparenter Preisgarantie und ohne Vorkasse oder übergroße Boni, die den Preis nur im ersten Jahr schönrechnen.

Neben einem guten Gastarif bleibt der eigene Verbrauch der zweite große Hebel: Wer Heizung, Warmwasser und Lüftung bewusst steuert, kann bei Energiekosten sparen und den Gasverbrauch oft im zweistelligen Prozentbereich senken. Schon kleine Anpassungen, etwa etwas niedrigere Raumtemperaturen, kürzeres und kühleres Duschen oder richtiges Stoßlüften, wirken sich direkt auf die Jahresrechnung aus und machen teils mehrere Hundert Euro Unterschied.

Ausblick: wie geht es mit den Gaspreisen weiter?

Kurzfristig bleiben die Gasmärkte sensibel: Geopolitische Entwicklungen, LNG‑Verfügbarkeit und Wetterextreme können die Preise jederzeit nach oben treiben. Gleichzeitig treibt die Politik den CO₂‑Preis schrittweise weiter nach oben, um Anreize für klimafreundlichere Heizsysteme zu setzen.

Mittelfristig wird die Wärmewende zur zentralen Weichenstellung: Wer investieren kann, setzt eher auf Wärmepumpe, Fernwärme oder eine bessere Dämmung und reduziert damit die Abhängigkeit vom Gaspreis. Für alle anderen gilt: Tarife regelmäßig prüfen, Verbrauch im Blick behalten und Förderprogramme für Effizienzmaßnahmen nutzen.

Der höchste Gesamtpreis betrug im Jahr 2022 16,47 ct/kWh, danach sinken die Preise leicht. Die einzelnen Komponenten steigen insgesamt, vor allem ab 2020. Im Prognosebereich (gestrichelte Linie) für 2024 bis 2026 zeigen sich mindestens gleichbleibende oder leicht ansteigende Werte. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte in Deutschland lag im Jahr 2026 bei 11,1 ct/kWh. Die Netzentgelte haben im selben Jahr den höchsten Anteil mit 2,57 ct/kWh. Das ist vor allem für Haushalte mit hohem Verbrauch interessant, da sie den größten Anteil an den Gesamtkosten haben.

↓ Messdaten & Methodik

Was Verbraucher jetzt konkret tun sollten

  • Aktuellen Gastarif prüfen und mit einem Gaspreisvergleich abgleichen.
  • Abschläge an den realen Verbrauch anpassen, um hohe Nachzahlungen zu vermeiden.
  • Konkrete Sparmaßnahmen im Haushalt umsetzen (Heizung, Warmwasser, Lüftung).
  • Mittel- bis langfristig Alternativen zum Gasheizen (Wärmepumpe, Dämmung, Fernwärme) prüfen und Förderungen nutzen.

Quellen: BDEW | Bundesnetzagentur | Verbraucherzentrale | klimaschutz-niedersachsen.de

Alexander Schmiel

Alexander Schmiel


Als Experte für Strom und Gas behält Alexander die News im Energiesektor im Blick. Entwicklungen auf den Energiemärkten, Kostenfragen und Vergleiche werden anschaulich erklärt und alltagstauglich aufbereitet.

Rohdaten

Bundesland Werte Jahr
Baden-Württemberg 596.02 2025
Bayern 514.74 2025
Berlin 516.02 2025
Brandenburg 590.51 2025
Bremen 667.41 2025
Hamburg 489.24 2025
Hessen 531.32 2025
Mecklenburg-Vorpommern 752.18 2025
Niedersachsen 577.99 2025
Nordrhein-Westfalen 597.73 2025
Rheinland-Pfalz 579.28 2025
Saarland 651.61 2025
Sachsen 716.83 2025
Sachsen-Anhalt 709.15 2025
Schleswig-Holstein 589.31 2025
Thüringen 575.22 2025

Rohdaten

Jahr Bestandteil des Preises Anteil in Cent
2014 Beschaffung & Vertrieb 3.41
2014 Netzentgelt 1.49
2014 Mehrwersteuer 1.04
2014 Konzessionsabgabe 0.03
2014 Erdgassteuer 0.55
2014 CO2-Preis 0
2014 Gasspeicherumlage 0
2015 Beschaffung & Vertrieb 3.15
2015 Netzentgelt 1.53
2015 Mehrwersteuer 1
2015 Konzessionsabgabe 0.03
2015 Erdgassteuer 0.55
2015 CO2-Preis 0
2015 Gasspeicherumlage 0
2016 Beschaffung & Vertrieb 2.75
2016 Netzentgelt 1.62
2016 Mehrwersteuer 0.94
2016 Konzessionsabgabe 0.03
2016 Erdgassteuer 0.55
2016 CO2-Preis 0
2016 Gasspeicherumlage 0
2017 Beschaffung & Vertrieb 2.65
2017 Netzentgelt 1.59
2017 Mehrwersteuer 0.91
2017 Konzessionsabgabe 0.03
2017 Erdgassteuer 0.55
2017 CO2-Preis 0
2017 Gasspeicherumlage 0
2018 Beschaffung & Vertrieb 2.77
2018 Netzentgelt 1.53
2018 Mehrwersteuer 0.93
2018 Konzessionsabgabe 0.03
2018 Erdgassteuer 0.55
2018 CO2-Preis 0
2018 Gasspeicherumlage 0
2019 Beschaffung & Vertrieb 3.06
2019 Netzentgelt 1.55
2019 Mehrwersteuer 0.98
2019 Konzessionsabgabe 0.03
2019 Erdgassteuer 0.55
2019 CO2-Preis 0
2019 Gasspeicherumlage 0
2020 Beschaffung & Vertrieb 2.9
2020 Netzentgelt 1.6
2020 Mehrwersteuer 0.89
2020 Konzessionsabgabe 0.03
2020 Erdgassteuer 0.55
2020 CO2-Preis 0
2020 Gasspeicherumlage 0
2021 Beschaffung & Vertrieb 3.25
2021 Netzentgelt 1.64
2021 Mehrwersteuer 1.13
2021 Konzessionsabgabe 0.03
2021 Erdgassteuer 0.55
2021 CO2-Preis 0.46
2021 Gasspeicherumlage 0
2022 Beschaffung & Vertrieb 11.51
2022 Netzentgelt 1.66
2022 Mehrwersteuer 2.16
2022 Konzessionsabgabe 0.03
2022 Erdgassteuer 0.55
2022 CO2-Preis 0.54
2022 Gasspeicherumlage 0.02
2023 Beschaffung & Vertrieb 9.87
2023 Netzentgelt 1.99
2023 Mehrwersteuer 0.92
2023 Konzessionsabgabe 0.03
2023 Erdgassteuer 0.55
2023 CO2-Preis 0.54
2023 Gasspeicherumlage 0.09
2024 Beschaffung & Vertrieb 6.43
2024 Netzentgelt 1.97
2024 Mehrwersteuer 0.7
2024 Konzessionsabgabe 0.03
2024 Erdgassteuer 0.55
2024 CO2-Preis 0.82
2024 Gasspeicherumlage 0.19
2025 Beschaffung & Vertrieb 5.87
2025 Netzentgelt 2.33
2025 Mehrwersteuer 1.91
2025 Konzessionsabgabe 0.03
2025 Erdgassteuer 0.55
2025 CO2-Preis 0.97
2025 Gasspeicherumlage 0.29
2026 Beschaffung & Vertrieb 5.04
2026 Netzentgelt 2.57
2026 Mehrwersteuer 1.77
2026 Konzessionsabgabe 0.03
2026 Erdgassteuer 0.55
2026 CO2-Preis 1.14
2026 Gasspeicherumlage 0