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Gaspreisentwicklung in Deutschland

Die Gaspreisentwicklung in Deutschland hat sich nach den historischen Höchstständen der Energiekrise deutlich beruhigt. Während der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte 2023 noch bei 13,99 ct/kWh lag, sank er 2024 auf 10,68 ct/kWh. Für das Jahr 2026 zeigt sich ein weitgehend stabiles Preisniveau von rund 11,1 ct/kWh bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh. Damit liegen die Gaspreise weiterhin klar unter dem Krisenniveau, jedoch über den Werten der Jahre vor 2021.

Die Entwicklung der letzten Jahre ist von einer Stabilisierungsphase mit moderaten Schwankungen geprägt. Sinkende Großhandels- und Beschaffungskosten wirken preisdämpfend, werden jedoch teilweise durch steigende Netzentgelte und höhere staatliche Abgaben kompensiert. Allein die Netzentgelte sind 2026 weiter gestiegen und stellen einen zunehmenden Kostenfaktor für viele Haushalte dar. Insgesamt zeigt sich: Die Gaspreise haben sich stabilisiert, ein deutlicher Rückgang auf das Vorkrisenniveau ist jedoch nicht absehbar. Für Haushalte bleibt es daher sinnvoll, die Gaspreisentwicklung regelmäßig zu beobachten und Preise zu vergleichen.

Gaspreisentwicklung 2024–2025 - Stabilisierung, aber kein Vorkrisenniveau

Seit 2024 ist eine Erholung spürbar. Wechselaktivität auf Rekordniveau, bessere Infrastruktur, mildere Winter und bewusstes Verbrauchsverhalten sorgten für mehr Stabilität. Die Gaspreise liegen aber noch immer über dem Niveau vor der Energiekrise. Trotzdem sind Haushalts-Gaspreise 2025 für viele bezahlbarer als noch 2022 oder 2023 – auch dank der Mehrwertsteuersenkung auf 7 % und der gestoppten Gasumlage.

Der höchste Gesamtpreis betrug im Jahr 2022 16,47 ct/kWh, danach sinken die Preise leicht. Die einzelnen Komponenten steigen insgesamt, vor allem ab 2020. Im Prognosebereich (gestrichelte Linie) für 2024 bis 2026 zeigen sich mindestens gleichbleibende oder leicht ansteigende Werte. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushalte in Deutschland lag im Jahr 2026 bei 11,1 ct/kWh. Die Netzentgelte haben im selben Jahr den höchsten Anteil mit 2,57 ct/kWh. Das ist vor allem für Haushalte mit hohem Verbrauch interessant, da sie den größten Anteil an den Gesamtkosten haben.

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Rückblick: Gaspreisentwicklung seit der Marktöffnung 2006

Nach der Marktöffnung 2006 bewegten sich die Preise über Jahre im Bereich zwischen 6 und 7 Cent pro kWh. Bis 2020 lagen die Preise relativ stabil, bevor die Energiekrise ab 2021 den Markt massiv veränderte. Die Einführung des CO₂-Preises und die steigende Nachfrage trieben die Kosten spürbar nach oben. In den Jahren 2014 bis 2020 bewegte sich der durchschnittliche Gaspreis zwischen 5,73 ct/kWh (2016) und 6,52 ct/kWh (2014). Die einzelnen Preisbestandteile blieben relativ konstant.

Der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 löste eine Energiekrise aus. Im Herbst 2022 erreichte der durchschnittliche Gaspreis über 15 Cent pro kWh. Geplante politische Maßnahmen wie die Gasumlage wurden zwar gestoppt, dennoch waren die Belastungen für Haushalte enorm. Erst ab Ende 2023 setzten sinkende Beschaffungskosten und politische Entlastungen ein.

Gas Umlage sorgte für schlechte Gaspreisentwicklung 2022

Wie die Deutsche Bundesregierung am 15. August 2022 bekannt gab, sollte am 01. Oktober 2022 eine neue Gas Umlage gelten, die den Gaspreis um 2,419 Cent pro kWh Gas erhöht. Die Gas Umlage galt als zeitlich befristet und war bis zum Jahr 2024 vorgesehen. Dabei sollte die Umlage direkt an die Energiekonzerne gehen, die unter den hohen bzw. deutlich überhöhten Gasbeschaffungspreisen in Deutschland leiden, um so eine Insolvenzwelle der Gasanbieter zu verhindern. Die Umlage trat jedoch nie in Kraft, da die Bundesregierung diese rechtzeitig wieder abgeschafft hat.

Mehrwertsteuersenkung auf 7 % und Gaspreisbremse 2023

Die Mehrwertsteuersenkung von 19 % auf 7 % ist eine echte Entlastung für den Gaspreis. Die Entlastung durch die Gaspreisbremse ist hingegen fraglich und betrifft nur die Haushalte und Unternehmen, die einen Preis von über 12 Cent pro kWh zahlen bzw. künftig zahlen sollen. Auf die echte Preisentwicklung hat dies jedoch keinen Einfluss bzw. ist diesbezüglich noch kein Trend erkennbar. Inwieweit die Versorger Ihre Verträge jetzt auf über 12 Cent pro kWh anpassen, um Kosten zu decken und Gewinne zu erzielen, bleibt abzuwarten.

Gaspreiszusammensetzung 2026

Den größten Anteil macht 'Beschaffung & Betrieb' mit 45,5 Prozent aus. Danach kommen 'Netzentgelte & Messung' mit einem Anteil von 23,2 Prozent. Der Anteil von 'Beschaffung & Betrieb' hat sich gegenüber dem Vorwert nicht verändert. Für Nutzer, die Energiekosten sparen wollen, ist es sinnvoll, nach günstigeren Anbietern bei Beschaffung & Betrieb zu suchen. Für Verbraucher mit hoher Nutzung sind die Netzentgelte entscheidend, weil sie 23,2 Prozent des Gaspreises ausmachen.

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Einflussfaktoren auf die Gaspreisentwicklung 2026

Die Gaspreisentwicklung 2026 wird in Deutschland und Europa von einer Vielzahl struktureller und konjunktureller Faktoren beeinflusst. Trotz einer Beruhigung der extremen Preisschwankungen der Krisenjahre bleiben mehrere Treiber relevant. Ein zentraler Einflussfaktor ist die Versorgungssituation und Lagerbestände. In Europa liegen die Gasvorräte im Winter 2025/26 auf dem niedrigsten Niveau seit der Energiekrise von 2022, was saisonale Preisschwankungen und kurzfristige Angebotsengpässe begünstigt und die Preise auf Großhandelsniveau volatil halten kann.

Ein weiterer wichtiger Treiber ist die Importstruktur Deutschlands. Nach dem Ende der russischen Gaslieferungen ist Deutschland stärker auf alternative Quellen wie Pipeline-Gas aus Norwegen und den Niederlanden sowie auf vermehrte Flüssigerdgaslieferungen (LNG) aus den USA angewiesen. Diese diversifizierten, aber oft teureren Lieferwege beeinflussen die Großhandelspreise und wirken sich mittelbar auf die Endkundenpreise aus.

Auch regulatorische Kostenbestandteile spielen 2026 eine große Rolle. Der CO₂-Preis im nationalen Emissionshandel liegt im Bereich von ca. 55–65 € pro Tonne und bleibt damit ein fester Bestandteil der Gaspreiskalkulation. Dadurch steigen die staatlichen Abgaben im Gaspreis und tragen zu einem höheren Kostenniveau bei. Steigende Netzentgelte wirken ebenfalls dämpfend auf Preissenkungen: Viele Netzbetreiber haben 2026 höhere Entgelte angekündigt, um abgeschriebene Infrastrukturen und sinkende Kundenzahlen zu kompensieren, was die Gasendpreise für Haushalte belastet.

Ölpreisbindung

Die klassische Ölpreisbindung für Endkunden spielt bei der Gaspreisentwicklung in Deutschland heute keine direkte Rolle mehr. Bereits 2010 entschied der Bundesgerichtshof, dass Gasversorger ihre Preise für Haushaltskunden nicht automatisch an den Ölpreis koppeln dürfen. In internationalen Lieferverträgen zwischen Erdgasproduzenten und Großhändlern können zwar weiterhin Ölpreisreferenzen enthalten sein, diese wirken jedoch nur indirekt und zeitverzögert auf die Gaspreise. Für Verbraucher in Deutschland wird der Gaspreis 2026 vor allem durch Großhandelsmärkte, Importkosten und regulatorische Vorgaben bestimmt.

Politische Unruhen und neue Pipelines

Die Gaspreisentwicklung ist auch 2026 weiterhin von geopolitischen Faktoren abhängig. Deutschland bezieht Erdgas inzwischen überwiegend aus Norwegen, den Niederlanden sowie über den globalen LNG-Markt. Lieferungen aus Russland spielen für die deutsche Gasversorgung keine Rolle mehr. Politische Spannungen, Sanktionen oder Konflikte in Förder- und Transitländern können sich dennoch kurzfristig auf die Großhandelspreise auswirken. Neue Transportinfrastrukturen wie LNG-Terminals sowie bestehende Pipelineverbindungen, etwa über den südlichen Gaskorridor aus Aserbaidschan, tragen zur Diversifizierung der Versorgung bei und erhöhen langfristig die Versorgungssicherheit.

Ressourcenknappheit und Fracking

Prognosen über eine weltweite Erdgasverknappung haben sich in dieser Form nicht bestätigt. Stattdessen ist das globale Gasangebot durch neue Fördertechnologien und insbesondere durch den Ausbau der LNG-Produktion deutlich gewachsen. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Fracking, vor allem in den USA. Trotz schwankender Fördermengen bleibt Fracking ein wichtiger Faktor für das weltweite Gasangebot und beeinflusst über den LNG-Handel auch die Gaspreise in Europa. Für die Gaspreisentwicklung 2026 ist daher weniger eine absolute Ressourcenknappheit entscheidend als vielmehr die globale Nachfrage, Förderkosten und die Wettbewerbsfähigkeit von LNG.

Abgaben und Steuern für Gas

Steuern und Abgaben haben weiterhin einen erheblichen Einfluss auf den Gaspreis für Haushalte. Neben der Mehrwertsteuer zählen dazu die Erdgassteuer sowie die Konzessionsabgabe. Da diese Abgaben teilweise pro Kilowattstunde oder prozentual erhoben werden, steigen die staatlichen Einnahmen automatisch mit höheren Gaspreisen. Auch 2026 machen staatliche Preisbestandteile einen bedeutenden Anteil des Gaspreises aus und begrenzen das Einsparpotenzial selbst bei sinkenden Beschaffungskosten.

CO2-Bepreisung ab 2021

Seit Januar 2021 wirkt sich die CO2-Bepreisung direkt auf den Gaspreis in Deutschland aus. Der CO2-Preis im nationalen Emissionshandel wurde schrittweise angehoben und erreicht 2026 ein Niveau von rund 55 € pro Tonne CO2. Daraus ergibt sich ein Preisaufschlag von etwa 1,1 bis 1,3 Cent pro Kilowattstunde Erdgas. Für private Haushalte bedeutet dies spürbare Mehrkosten, insbesondere bei hohem Wärmeverbrauch, und einen dauerhaft relevanten Einfluss auf die Gaspreisentwicklung.

Studien zur Gaspreisentwicklung

Fragen und Antworten zur Gaspreisentwicklung

Rohdaten

Jahr Bestandteil des Preises Anteil in Cent
2014 Beschaffung & Vertrieb 3.41
2014 Netzentgelt 1.49
2014 Mehrwersteuer 1.04
2014 Konzessionsabgabe 0.03
2014 Erdgassteuer 0.55
2014 CO2-Preis 0
2014 Gasspeicherumlage 0
2015 Beschaffung & Vertrieb 3.15
2015 Netzentgelt 1.53
2015 Mehrwersteuer 1
2015 Konzessionsabgabe 0.03
2015 Erdgassteuer 0.55
2015 CO2-Preis 0
2015 Gasspeicherumlage 0
2016 Beschaffung & Vertrieb 2.75
2016 Netzentgelt 1.62
2016 Mehrwersteuer 0.94
2016 Konzessionsabgabe 0.03
2016 Erdgassteuer 0.55
2016 CO2-Preis 0
2016 Gasspeicherumlage 0
2017 Beschaffung & Vertrieb 2.65
2017 Netzentgelt 1.59
2017 Mehrwersteuer 0.91
2017 Konzessionsabgabe 0.03
2017 Erdgassteuer 0.55
2017 CO2-Preis 0
2017 Gasspeicherumlage 0
2018 Beschaffung & Vertrieb 2.77
2018 Netzentgelt 1.53
2018 Mehrwersteuer 0.93
2018 Konzessionsabgabe 0.03
2018 Erdgassteuer 0.55
2018 CO2-Preis 0
2018 Gasspeicherumlage 0
2019 Beschaffung & Vertrieb 3.06
2019 Netzentgelt 1.55
2019 Mehrwersteuer 0.98
2019 Konzessionsabgabe 0.03
2019 Erdgassteuer 0.55
2019 CO2-Preis 0
2019 Gasspeicherumlage 0
2020 Beschaffung & Vertrieb 2.9
2020 Netzentgelt 1.6
2020 Mehrwersteuer 0.89
2020 Konzessionsabgabe 0.03
2020 Erdgassteuer 0.55
2020 CO2-Preis 0
2020 Gasspeicherumlage 0
2021 Beschaffung & Vertrieb 3.25
2021 Netzentgelt 1.64
2021 Mehrwersteuer 1.13
2021 Konzessionsabgabe 0.03
2021 Erdgassteuer 0.55
2021 CO2-Preis 0.46
2021 Gasspeicherumlage 0
2022 Beschaffung & Vertrieb 11.51
2022 Netzentgelt 1.66
2022 Mehrwersteuer 2.16
2022 Konzessionsabgabe 0.03
2022 Erdgassteuer 0.55
2022 CO2-Preis 0.54
2022 Gasspeicherumlage 0.02
2023 Beschaffung & Vertrieb 9.87
2023 Netzentgelt 1.99
2023 Mehrwersteuer 0.92
2023 Konzessionsabgabe 0.03
2023 Erdgassteuer 0.55
2023 CO2-Preis 0.54
2023 Gasspeicherumlage 0.09
2024 Beschaffung & Vertrieb 6.43
2024 Netzentgelt 1.97
2024 Mehrwersteuer 0.7
2024 Konzessionsabgabe 0.03
2024 Erdgassteuer 0.55
2024 CO2-Preis 0.82
2024 Gasspeicherumlage 0.19
2025 Beschaffung & Vertrieb 5.87
2025 Netzentgelt 2.33
2025 Mehrwersteuer 1.91
2025 Konzessionsabgabe 0.03
2025 Erdgassteuer 0.55
2025 CO2-Preis 0.97
2025 Gasspeicherumlage 0.29
2026 Beschaffung & Vertrieb 5.04
2026 Netzentgelt 2.57
2026 Mehrwersteuer 1.77
2026 Konzessionsabgabe 0.03
2026 Erdgassteuer 0.55
2026 CO2-Preis 1.14
2026 Gasspeicherumlage 0

Rohdaten

Bestandteile Anteil in Prozent
Netzentgelte & Messung 23.2
Mehrwertsteuer 15.9
CO2-Preis 10.3
Erdgassteuer 5
Sonstiges 0.3
Beschaffung & Betrieb 45.5

Quellen:

https://www.bdew.de/service/daten-und-grafiken/bdew-strompreisanalyse/

https://energy-charts.info/charts/energy_pie/chart.htm?l=de&c=DE&interval=year

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