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Gaspreisentwicklung in Deutschland 2022 - 2023

Die Gaspreisentwicklung unterliegt im Gegensatz zur Entwicklung des Strompreises größeren Schwankungen. Schon im Jahr 1998 wurde die Gasmarktliberalisierung von der EU beschlossen. Doch die deutschen Gasnetzbetreiber stellten sich stur und deshalb kam es erst im Jahr 2006 in Deutschland zur realen Öffnung des Gasmarktes. Seither schwankt die Gaspreisentwicklung. So kostete die Kilowattstunde Erdgas im ersten Halbjahr 2007 im Durchschnitt 6,13 Cent inkl. Steuern. Im zweiten Halbjahr 2008 war ihr Preis auf 7,62 Cent geklettert, während im ersten Halbjahr 2010 die Kosten auf 5,65 Cent sanken. Seitdem ist die Preisentwicklung beim Erdgas relativ stetig nach oben verlaufen. Die Kilowattstunde kam im Schnitt auf 6,78 Cent im ersten Halbjahr des Jahres 2014. Nachdem der Preis für eine kWh in den folgenden Jahren gesunken ist, lag er im Januar 2018 bei ca. 6,5 Cent.

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Bis Ende 2018 gab es einen leichten Anstieg, der sich in 2019 und teilweise im Winter 2020 fortsetzte. Seit Beginn der Corona-Krise im Februar 2020 haben sich die Preise in Cent je Kilowattstunde zumindest etwas entspannt, wobei die Einführung der CO2-Steuer in 2021 ab Januar 2021 automatisch zu höheren Gaspreisen führte. Der seit Februar 2022 andauernde Ukraine-Krieg sorgt jedoch für Gaspreise, die es in solchen Höhen noch nie gegeben hat. Die Gaspreisentwicklung in Deutschland und Europa ist daher alles andere als positiv.

Es folgt eine kurze Übersicht zur Preisentwicklung je kWh der letzten 13 Jahre in Deutschland:

Gaspreisentwicklung in Deutschland von 2007 bis 2021
  • 2007: 6,13 Cent, 2008: 7,62 Cent
  • 2009: 6,80 Cent, 2010: 5,65 Cent
  • 2013: 6,52 Cent, 2014: 6,78 Cent
  • 2015: 6,41 Cent, 2016: 6,2 Cent
  • 2018: 6,50 Cent, 2019: 6,7 Cent
  • 2020: 6,50 Cent, 2021: 7,06 Cent
  • 2022: 15,29 Cent (Sept. 2022)

Studien zur Gaspreisentwicklung

Neue Gas-Rekordpreise im Jahr 2022 erreicht

Nach einer Analyse des Bundesverbandes für Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben wir in den Jahren 2021 und 2022 neue Rekorde in der Gaspreisentwicklung erreicht. Basierend auf einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden gab es für die Quartale 1 bis 4 in 2021 und 1 und 3 in 2022 die folgende Kostenentwicklung:

  • Quartal 1 2021: 6,11 Cent pro kWh
  • Quartal 2 2021: 6,32 Cent pro kWh
  • Quartal 3 2021: 6,77 Cent pro kWh
  • Quartal 4 2021: 9,08 Cent pro kWh
  • Quartal 1 2022: ca. 13 Cent pro kWh
  • Quartal 3 2022: ca. 15 Cent pro kWh

Da bereits zahlreiche Gasversorger ihre Preise erhöht haben, dürfen wir davon ausgehen, dass die Gaspreise im Jahr 2023 weiter ansteigen werden. Dies liegt vor allem an den hohen Gasbeschaffungskosten der Versorger. So hat der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine für extrem hohe Preise gesorgt. Mit Stand vom November 2022 scheint sich die Lage jedoch wieder zu entspannen. Die aktuellen Beschaffungspreise sind wieder auf dem Stand von April 2022 und liegen damit bei rund 10 Cent pro kWh exklusive Steuern und Umlagen.

Neue Gas Umlage sorgte für schlechte Gaspreisentwicklung

Wie die Deutsche Bundesregierung am 15. August 2022 bekannt gab, sollte am 01. Oktober 2022 eine neue Gas Umlage gelten, die den Gaspreis um 2,419 Cent pro kWh Gas erhöht. Die Gas Umlage galt als zeitlich befristet und war bis zum Jahr 2024 vorgesehen. Dabei sollte die Umlage direkt an die Energiekonzerne gehen, die unter den hohen bzw. deutlich überhöhten Gasbeschaffungspreisen in Deutschland leiden, um so eine Insolvenzwelle der Gasanbieter zu verhindern. Die Umlage trat jedoch nie in Kraft, da die Bundesregierung diese rechtzeitig wieder abgeschafft hat.

Mehrwertsteuersenkung auf 7 % und Gaspreisbremse

Die Mehrwertsteuersenkung von 19 % auf 7 % ist eine echte Entlastung für den Gaspreis. Die Entlastung durch die Gaspreisbremse ist hingegen fraglich und betrifft nur die Haushalte und Unternehmen, die einen Preis von über 12 Cent pro kWh zahlen bzw. künftig zahlen sollen. Auf die echte Preisentwicklung hat dies jedoch keinen Einfluss bzw. ist diesbezüglich noch kein Trend erkennbar. Inwieweit die Versorger Ihre Verträge jetzt auf über 12 Cent pro kWh anpassen, um Kosten zu decken und Gewinne zu erzielen, bleibt abzuwarten.


Einflussfaktoren auf die Entwicklung die Gaspreises

Wenn Sie früher die eigenen vier Wände mit Kohle beheizt haben, kennen Sie das Phänomen. Haben Sie die Kohle im Frühjahr oder Sommer bestellt, waren sie preiswert. Haben Sie die Brennstoffe im Herbst oder gar Winter bestellt, waren sie weit weniger günstig. Beim Gas schwankt der Preis ebenfalls jahreszeitenbedingt, das heißt, dass die Preise im Winter immer etwas teurer sind. Doch neben dieser "natürlichen" Preisschwankung gibt es viele andere Einflussfaktoren.

  • Ölpreisbindung, politische Einflüsse und neue Pipelines
  • Ressourcenknappheit und Fracking
  • Abgaben und Steuern für Gas (siehe Gas Umlage ab Oktober 2022)
  • Nachfrage und deren Einfluss auf die Beschaffungspreise
  • Spekulationspreise, ausgelöst durch unsichere Marktlagen
  • Russland-Ukraine-Krieg, der für russische Rekordpreise sorgt

Ölpreisbindung

Im Frühjahr 2010 entschied der Bundesgerichtshof, dass Gasversorger ihre Preise für Endverbraucher nicht automatisch an den Ölpreis binden dürfen. Es gibt zwar in den internationalen Lieferverträgen zwischen den Erdgaslieferanten und den Gasanbietern wie E.ON oder RWE Klauseln, die eine Ölpreisbindung vorsehen, allerdings ist diese Ölpreisbindung ganz anderer Natur wie die Ölpreisbindung, die Sie bis zum Jahr 2010 von Ihrem Gasversorger kannten. Die internationale Ölpreisbindung hat nur einen indirekten Einfluss auf den Gaspreis Ihres Anbieters.

Politische Unruhen und neue Pipelines

Wie die Ukraine-Krise zeigte, ist die Gaspreisentwicklung auch von politischen Unruhen betroffen. So stammen die deutschen Gasimporte vorwiegend aus der GUS, Norwegen und den Niederlanden. Da es bei der Ukraine-Krise zum Konflikt zwischen Russland und der EU kam, herrschte die Befürchtung, dass die GUS ihre Gaslieferungen als Druckmittel gegen die EU und damit auch Deutschland verwendet. Die Energiebörsen reagierten entsprechend, was sich in der Anpassung des Gaspreises niederschlug. Neue Pipelines, die durch sichere Länder verlaufen, versprechen hingegen eine Beruhigung des Marktes. So wird Aserbaidschan über die neue Pipeline TAP ab Ende des Jahres 2019 die EU mit Gas versorgen, ohne dass die Leitung über russisches Gebiet läuft.

Ressourcenknappheit und Fracking

Das Fördermaximum an Erdgas sollte laut Prognose der Energy Watch Group im Jahr 2020 erreicht werden. Danach sollten die Mengen des förderbaren Erdgases dramatisch abfallen. Der Rückgang wird wahrscheinlich 70 bis 80 Prozent betragen. Damit wird es unweigerlich zu immer höheren Gaspreisen kommen. Fracking ist laut Energy Watch ebenfalls kein Ausweg. Hier wird das Fördermaximum noch wesentlich schneller als bei herkömmlichen Gasfeldern erreicht. Im Mutterland des Frackings, den USA, wurde das Fracking-Fördermaximum bereits zwischen den Jahren 2015 und 2017 erreicht. Aufgrund des im Winter 2017/ 2018 gestiegenen Ölpreises laufen die Fracking-Anlagen in 2018 wieder auf Hochtouren. Wie sich die Förderung auf die Gaspreisentwicklung auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Abgaben und Steuern für Gas

Die Statistik zur Gaspreisentwicklung von 2011 bis 2013 zeigt, dass auch die Steuern den Kunden belasten. Zwar stieg die Prozentzahl nicht, Steuern und Abgaben machten in diesen Jahren rund 24 Prozent des Gaspreises aus, weil sich aber der Nettopreis des Gases erhöhte, stiegen damit auch die Einnahmen für den Staat an Erdgassteuer und Umsatzsteuer.

CO2-Bepreisung ab 2021

Im Januar 2021 trat die schrittweise CO2-Bepreisung in Kraft, die sich direkt auf den Gaspreis in Deutschland auswirkt. Dabei fällt ein CO2-Preis pro verbrauchte Tonne CO2 an. Dieser lag zunächst bei 25 Euro im Jahr 2021 und steigert sich auf 55 Euro im Jahr 2026. Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet das automatisch höhere Gaskosten. Der Preisaufschlag beträgt zunächst ca. 0,6 Cent pro kWh Gas und steigert sich auf 1,3 Cent pro kWh. Für einen Familien-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von ca. 12.000 kWh pro Jahr entstehen so Mehrkosten von 73 bis 163 Euro.

Update: Zum 1. Januar 2023 erfolgt keine Erhöhung des CO2-Preises, um die sehr hohen Gaspreise nicht noch weiter zu erhöhen. Dies hat die Bundesregierung in ihrem neuen Entlastungspaket im September 2022 beschlossen.


Drastischer Anstieg der Börsengaspreise ab Sommer 2021

Die an der Energiebörse in Leipzig gehandelten Gas-Beschaffungspreise haben sich seit dem Sommer 2021 nahezu verdoppelt. Die Gründe hierfür sind die hohe Gasnachfrage aus Fernost, die konjunkturbedingte Nachfrage und die Corona-bedingte Gasknappheit, die auch zum Jahreswechsel 2021/ 2022 immer noch anhält.

Darüber hinaus treibt der Russland-Ukraine-Krieg die Preise derart in die Höhe, dass unlängst neue Rekordpreise erreicht wurden. Die Abhängigkeit von russischem Gas ist nun einmal vorhanden, so dass Russland einen entscheidenden Einfluss auf die Gaspreisentwicklung hat.

Fragen und Antworten zur Gaspreisentwicklung

  • Wie werden sich die Gaspreise in 2022 entwickeln?
  • Was gegen steigende Gaspreise tun?
Norman Peetz

Norman Peetz


Norman ist seit 10 Jahren Autor auf PREISVERGLEICH.de und Experte im Bereich Strom & Gas. Als Redaktionsleiter hat er den Energiemarkt im Blick.

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