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Gaspreisentwicklung in Deutschland

Die Gaspreisentwicklung unterliegt im Gegensatz zur Entwicklung des Strompreises größeren Schwankungen. Schon im Jahr 1998 wurde die Gasmarktliberalisierung von der EU beschlossen. Doch die deutschen Gasnetzbetreiber stellten sich stur und deshalb kam es erst im Jahr 2006 in Deutschland zur realen Öffnung des Gasmarktes. Seither schwankt die Gaspreisentwicklung. So kostete die Kilowattstunde Erdgas im ersten Halbjahr 2007 im Durchschnitt 6,13 Cent inkl. Steuern. Im zweiten Halbjahr 2008 war ihr Preis auf 7,62 Cent geklettert, während im ersten Halbjahr 2010 die Kosten auf 5,65 Cent sanken. Seitdem ist die Preisentwicklung beim Erdgas relativ stetig nach oben verlaufen. Die Kilowattstunde kam im Schnitt auf 6,78 Cent im ersten Halbjahr des Jahres 2014. Nachdem der Preis für eine kWh in den folgenden Jahren gesunken ist, lag er im Januar 2018 bei ca. 6,5 Cent. Bis Ende 2018 gab es einen leichten Anstieg, der sich in 2019 und teilweise im Winter 2020 fortsetzte. Seit Beginn der Corona-Krise im Februar 2020 haben sich die Preise in Cent je Kilowattstunde zumindest etwas entspannt, wobei die Einführung der CO2-Steuer in 2021 automatisch zu höheren Gaspreisen führt. Es folgt eine kurze Übersicht zur Preisentwicklung je kWh der letzten 13 Jahre in Deutschland:

Gaspreisentwicklung in Deutschland von 2007 bis 2020

  • 2007: 6,13 Cent
  • 2008: 7,62 Cent
  • 2009: 6,80 Cent
  • 2010: 5,65 Cent
  • 2013: 6,52 Cent
  • 2014: 6,78 Cent
  • 2015: 6,41 Cent
  • 2016: 6,2 Cent
  • 2018: 6,5 Cent
  • 2019: 6,7 Cent
  • 2020: 6,5 Cent
  • 2021: 6,8 Cent (Prognose)
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Studien zur Gaspreisentwicklung

Einflussfaktoren auf die Entwicklung die Gaspreises

Wer früher mit Kohlen die eigenen vier Wände geheizt hat, kennt das Phänomen. Hat man die Kohlen im Frühjahr oder Sommer bestellt, waren sie preiswert. Hat man sie im Herbst oder gar Winter bestellt, waren sie weit weniger günstig. Beim Gas schwankt der Preis ebenfalls jahreszeitenbedingt, d. h., im Winter wird es immer etwas teurer. Doch neben dieser „natürlichen“ Preisschwankung gibt es viele andere Einflussfaktoren.

Ölpreisbindung

Im Frühjahr 2010 entschied der Bundesgerichtshof, dass Gasversorger ihre Preise für Endverbraucher nicht automatisch an den Ölpreis binden dürfen. Es gibt zwar in den internationalen Lieferverträgen zwischen den Erdgaslieferanten und den Gasanbietern wie E.ON oder RWE Klauseln, die eine Ölpreisbindung vorsehen, allerdings ist diese Ölpreisbindung ganz anderer Natur wie die Ölpreisbindung, die Sie bis zum Jahr 2010 von Ihrem Gasversorger kannten. Die internationale Ölpreisbindung hat nur einen indirekten Einfluss auf den Gaspreis Ihres Anbieters.

Politische Unruhen und neue Pipelines

Wie die Ukraine-Krise zeigte, ist die Gaspreisentwicklung auch von politischen Unruhen betroffen. So stammen die deutschen Gasimporte vorwiegend aus der GUS, Norwegen und den Niederlanden. Da es bei der Ukraine-Krise zum Konflikt zwischen Russland und der EU kam, herrschte die Befürchtung, dass die GUS ihre Gaslieferungen als Druckmittel gegen die EU und damit auch Deutschland verwendet. Die Energiebörsen reagierten entsprechend, was sich in der Anpassung des Gaspreises niederschlug. Neue Pipelines, die durch sichere Länder verlaufen, versprechen hingegen eine Beruhigung des Marktes. So wird Aserbaidschan über die neue Pipeline TAP ab Ende des Jahres 2019 die EU mit Gas versorgen, ohne dass die Leitung über russisches Gebiet läuft.

Ressourcenknappheit und Fracking

Das Fördermaximum an Erdgas sollte laut Prognose der Energy Watch Group im Jahr 2020 erreicht werden. Danach sollten die Mengen des förderbaren Erdgases dramatisch abfallen. Der Rückgang wird wahrscheinlich 70 bis 80 Prozent betragen. Damit wird es unweigerlich zu immer höheren Gaspreisen kommen. Fracking ist laut Energy Watch ebenfalls kein Ausweg. Hier wird das Fördermaximum noch wesentlich schneller als bei herkömmlichen Gasfeldern erreicht. Im Mutterland des Frackings, den USA, wurde das Fracking-Fördermaximum bereits zwischen den Jahren 2015 und 2017 erreicht. Aufgrund des im Winter 2017/ 2018 gestiegenen Ölpreises laufen die Fracking-Anlagen in 2018 wieder auf Hochtouren. Wie sich die Förderung auf die Gaspreisentwicklung auswirken wird, bleibt abzuwarten.

Abgaben und Steuern für Gas

Die Statistik zur Gaspreisentwicklung von 2011 bis 2013 zeigt, dass auch die Steuern den Kunden belasten. Zwar stieg die Prozentzahl nicht, Steuern und Abgaben machten in diesen Jahren rund 24 Prozent des Gaspreises aus, weil sich aber der Nettopreis des Gases erhöhte, stiegen damit auch die Einnahmen für den Staat an Erdgassteuer und Umsatzsteuer.

CO2-Bepreisung ab 2021

Ab Januar 2021 tritt die schrittweise CO2-Bepreisung in Kraft, die sich direkt auf den Gaspreis in Deutschland auswirkt. Dabei fällt ein CO2-Preis pro verbrauchte Tonne CO2 an. Dieser liegt zunächst bei 25 Euro im Jahr 2021 und steigert sich auf 55 Euro im Jahr 2025. Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet das automatisch höhere Gaskosten. Der Preisaufschlag beträgt zunächst ca. 0,6 Cent pro kWh Gas und steigert sich auf 1,3 Cent pro kWh. Für einen Familien-Haushalt mit einem Durchschnittsverbrauch von ca. 12.000 kWh pro Jahr entstehen so Mehrkosten von 73 bis 163 Euro.

Was gegen steigende Gaspreise tun?

Die Gaspreise werden weiter steigen. Allein die Verknappung der Ressourcen wird dafür sorgen. Sie können natürlich kurzfristig durch Gaswechsel Preissteigerungen entgegenwirken. Hierdurch haben Sie die Möglichkeit den Gasmarkt aktiv zu beeinflussen, denn wenn alle zum preiswertesten Gasanbieter wechseln, müssen die anderen Gasanbieter die Preise senken. Mittel- und langfristig sind Alternativen zum Erdgas wie etwa Biogas eine Lösung. Dies ist zwar momentan recht teuer, wird aber laut Prognosen bald das gleiche Preisniveau erreicht haben wie Erdgas. Hier können Sie einen Gaspreise vergleich machen und der Gaspreisentwicklung ein Schnippchen schlagen.

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